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Bonsai des Monats AUGUST

Author:

455

Photo:

455

Arbeitsgruppe/Verein:

BONSAIFREUNDE DREILÄNDERECK MOYOGI BASEL

Datum:

03.11.2021

Sekundäres Dickenwachstum

https://de.wikipedia.org/wiki/Dickenwachstum

In den gemäßigten Zonen kommt es zur jahreszeitlich bedingten Ausbildung von Früh- und Spätholz, was zu der Ausbildung von Jahresringen führt. Diese gehen auf die im Frühholz weiteren und im Spätholz schmaleren Poren der Wasser leitenden Elemente des Xylems zurück, wobei Gymnospermen nur Tracheiden, Angiospermen dagegen zusätzlich Tracheen besitzen. In der Wissenschaft (Dendrochronologie) dienen Datenreihen zur Breite dieser Jahresringe der Datierung von Holz und der Analyse des Klimas, in dem das Holz entstand.

Baum des Monats AUGUST

Augen auf den Draht: Federahorn steht unter strenger Beobachtung

Dieser Federahorn ist seit ca. 15 Jahren in meinem Besitz. Er stammt aus einem grossen, orangen Gartencenter und ich wollte damals einfach einen Fächerahorn haben. Eigentlich war er nur ein Stängel aber immerhin Wurzelecht. Aber zwischen “haben wollen” und Bonsai ist ein sehr langer Weg.

Erst jetzt nimmt er langsam Formen an. Die letzten drei Jahre stand er in einer flachen Schale mit sehr feinem Granulat. Fast zu fein, denn er trocknete im Sommer kaum ab. Nichtsdestotrotz hatte es keine faulen Wurzeln und der Wurzelansatz kommt langsam in die Gänge, respektive Breite.

Zwar sind die Blätter sehr fein und fühlen sich auch so an… ein Baum mit Streichelfaktor… aber die Triebe selber können sehr grob werden. Ich wurde einmal gefragt, wie ich es geschafft habe bei meinem Dissectum so feine Zweige zu erhalten. Leider wusste ich keine Antwort auf diese Frage, durch Unwissenheit hatte ich es per Zufall richtig gemacht. Prompt hat der Baum mich im nächsten Jahr mit sparrigen Ästen und unmöglichen Internodien für meine Ignoranz bestraft. Darum musste ich ihn dieses Jahr beim Umtopfen von allem groben Astwerk erleichtern. Mit ein bisschen Draht stand er danach aber wieder passabel da (Andere würde sagen: Eher wie ein gerupftes Huhn).

Die Spitze müsste eigentlich mehr Federn lassen. Aber um keinen Saftrückzug zu riskieren, wurde hier ein bisschen mehr Holz dran gelassen. Sobald der Austrieb sich etabliert hat, darf dann zurückgeschnitten werden. Der Austrieb beim Federahorn ist wirklich sehr wild und ungestüm. Aber das erlaubt einem dann auch eine gezielte Reduktion auf das Wesentliche.

Im August angekommen, setzt nun das sekundäre Dickenwachstum ein. Dünger, Wärme und Wasser tun ihren Dienst und der Draht weiss nicht wie im geschieht. Da muss nur mal ein langes Wochenende eingeschaltet werden und schon ist es zu spät. Zum Glück sind die Äste nur sehr fein und mit 1mm Draht gedrahtet. Die Drahtspuren sehen in der Vergrösserung zwar beängstigend aus, aber die werden sich innerhalb 1-2 Jahre komplett verwachsen. Vorteil ist einzig, dass die Äste in ihrer Position bleiben.

Zwar sind die Drahtspuren nicht ideal, aber immerhin konnte das sparrige Wachstum in diesem Jahr verhindert werden. Der Draht plus der frühe Rückschnitt des übermässigen Wachstums konnten die filigrane Wuchsform der Blätter auch im Baum widerspiegeln. Massiges Dickenwachstum erzielt man damit nicht, der Baum behält aber seine Feinheit. Er fühlt sich nicht nur so an beim Streicheln der Blätter, er nimmt auch ein passendes Antlitz an.

Von der Silhouette eigentlich Ok, aber viele Äste sind zu grob und steif.

Umgetopft und beschnitten

Ein bisschen Draht muss sein

Wildwuchs par excellence!

Ein bisschen Ordnung muss sein. Zusätzlich konnte die Spitze nun reduziert werden. Ca 50% des Laubes ist gefallen

Der Draht ist schon weg. Nur ein kleiner Ast bekam ein bisschen «Draht-Motivation» für eine moderate Richtungsänderung.

Drahtspuren, nicht gerade so wie es sein sollte.

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